Der Goldene Schnitt

Meist wird der Begriff „Goldener Schnitt“ im Zusammenhang mit der bildenden Kunst genannt. Symmetrie wird von uns Menschen als schön empfunden, lässt sich aber steigern, indem innerhalb der Symmetrie asymmetrisch geteilt wird.

Ein Ganzes wird in zwei Teilstücke zerlegt. Der größere Teil wird als Major, der kleinere Teil als Minor bezeichnet. Beim Goldenen Schnitt ist das Verhältnis des Ganzen zum Major gleich dem Verhältnis des Majors zum Minor:

Major : Minor = (Major + Minor) : Major

Diese Symmetrie der Asymmetrie lässt sich beliebig fortsetzen, in dem man den Major nochmals in zwei Teilstücke teilt, von denen eines die Länge des Minor hat. Es ergibt sich wiederum der Goldene Schnitt, weshalb man auch von der stetigen Teilung spricht.

Herleitung und Berechnung des goldenen Schnittes

Entdeckung

Berühmt ist das Bild von Leonardo da Vinci aus dem 15. Jahrhundert, in welchem er das Verhältnis der Seiten eines einen Menschen umgebenden Quadrats zum Radius des umgebenden Kreises darstellt.

Lange Zeit wurde die Entdeckung der Zahl Pi, wie das Teilungsverhältnis des Goldenen Schnittes genannt wird, Johannes Kepler zugeschrieben. Die erste bekannte Beschreibung des Goldenen Schnittes findet sich bereits um 300 v. Chr. bei Euklid, wobei er höchstwahrscheinlich noch früher bekannt war.

Harmonie

Der goldene Schnitt vor da Vinci's Vitruv Mann

Der goldene Schnitt vor da Vinci’s Vitruv Mann

Die Göttliche Teilung, wie der Franziskanermönch Luca Sansepolcro die Formel nannte, findet sich in allen Bereichen der Kunst, auch in vielen frühen Bauwerken. Das berühmteste Beispiel dafür ist der Parthenon-Tempel auf der Athener Akropolis.

Vermessung von Faustkeilen, der ersten Artefakte der Menschheit ergab, dass deren Verhältnis von Länge und Breite, unabhängig von ihrer Größe, den Proportionen des Goldenen Schnittes entsprechen. Offensichtlich fand bereits der Homo erectus dieses Verhältnis besonders harmonisch.

Vorkommen in der Natur

Der Goldene Schnitt ist keine Erfindung des Menschen, er kommt immer wieder in der Natur vor. Betrachtet man die Wuchsfolge von Blütenblättern, so wachsen diese nacheinander im Abstand des Goldenen Winkels. Damit werden die Blätter auf Abstand gehalten und das Sonnenlicht wird optimal genutzt. Fünfgliedrige Blätter oder Blüten weisen die Symmetrie des Goldenen Schnittes auf, ebenso wie manche Blütenstände.

Der Mediziner Adolf Zeising vermaß im 19. Jahrhundert den Körper des Menschen und kam zu dem Schluss, dass selbst dessen Proportionen den Regeln des Goldenen Schnittes entsprechen.

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